Foto: © Gernot Muhr

"Meine Arbeit konzentriert sich derzeit im wesentlichen auf Klang - Raum - Skulpturen. Der Klang wird in spezifisch ausgewählten Räumen, Situationen und Gegenständen implantiert, dass sich das optische Environment mit der klanglichen Substanz vermischt und verbindet.
Es geht mir um innere und äußere Räume. Tassen, Kannen, Kessel, Telefonhörer, Koffer, Schachteln etc., es sind die Räume innerhalb der Räume. Aufgrund ihrer Größe, Dimension und Materialeigenschaft, verändern ihre Kammern (Resonanzräume) die Klänge, die in sie hineingespielt werden.
Jeder Raum hat seine eigene Persönlichkeit. Die Klangereignisse sind aus natürlichen, bzw. konkreten Geräuschen, Sprachen, und Sample, die ich durch Computer modifiziere. Der Klang wird zerstückelt, gedehnt, wiederholt, gefiltert, überlagert, rhythmisiert, in der Tonhöhe und Klangfarbe verändert etc. Diese Vorgänge sind ebenso von Bildstrukturen abhängig. Für jede Skulptur entwickle ich eine eigene Geschichte und lasse die Gegenstände sprechen.
Jedes Ding hat seinen Klang auch wenn wir ihn nicht hören. Die Gebilde, die dabei aus dieser Symbiose entstehen, sind im Eigenleben ihrer Funktion enthoben. Das absolute Objekt entzieht sich und gibt damit Raum an die ephemeren Hörbilder.
In meinen großflächigen, volumigen Arbeiten stehen Klänge im Raum, oder bewegen sich in langsamen Wellen über den Installationsbereich, sie sind ohne zeitliche Gerichtetheit. Wiederholungsstrukturen charakterisieren akustisch wie auch optisch meine Arbeit. Der Ton erweitert den physisch abgegrenzten Ort, Umrisse werden fiktiv. Die Installationselemente erzeugen einen mehrkanaligen Klang, der vom Publikum erwandert werden kann. Die Skulptur bietet dem Betrachter individuelle Zeit - und Klangzonen. Es geht mir um die Verräumlichung von Klängen, wie umgekehrt die Umgestaltung von Räumen durch Klänge. Erst durch ihre Bipolarisierung funktioniert das Gesamte zum gewünschten Gebäude - der Klangskulptur."

Clara Oppel